Leistungen


Leistungen

Reflexuntersuchung bei einem HundKlinisch-neurologische Untersuchung

Die klinisch-neurologische Untersuchung ist der Schlüssel zum neurologischen Patienten. Nur durch eine gründliche Untersuchung und die richtige Beurteilung der Befunde kann die Erkrankung Ihres Haustieres richtig lokalisiert werden, d.h. einem bestimmten Anteil des Nervensystems zugeordnet werden. Dies ist von entscheidender Bedeutung für die weiterführende Diagnostik und Therapie.

Gehirnflüssigkeit eines siebenjährigen Katers mit epileptischen Anfällen und multiplen neurologischen Ausfällen. Deutlich erhöhte Zellzahl. Liquoruntersuchung

Die Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit ergibt Hinweise auf entzündliche, degenerative und tumoröse Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Die Untersuchung muß vor Ort erfolgen, da die wenigen im Liquor enthaltenen Zellen schon nach ca. 30 min zu Grunde gehen. Proben die an ein externes Labor geschickt werden, weisen häufig falsche Ergebnisse auf. Selbstverständlich untersuchen wir die Gehirnflüssigkeit sofort in unserem Labor. Bei krankhaften Veränderungen der Zellzahl werden die Zellen mit speziellen Filtereinsätzen für unsere Laborzentrifuge („Zytozentrifuge“) schonend angereichert und unter dem Mikroskop weiter differenziert.

Labor

Neben der Liquoruntersuchung können in meiner Praxis auch Blutuntersuchungen vor Ort durchgeführt werden. Dies ist vor allem für die Diagnostik und Behandlung akuter und stationärer Patienten von großem Vorteil, da die Ergebnisse nach wenigen Minuten vorliegen. Dafür stehen zwei moderne Geräte für die Hämatologie („Blutbild“) und die Blutchemie („Organwerte“) zur Verfügung. Für Spezialuntersuchungen arbeiten wir eng mit verschiedenen Fremdlaboren zusammen, die Proben werden täglich abgeholt.

Elektrodiagnostik

Obwohl Standard in jeder neurologischen Arztpraxis, so ist die Elektrodiagnostik beim Tier nach wie vor wenigen Spezialpraxen und Unikliniken vorbehalten. Nicht nur bei Erkrankungen der Muskulatur und der peripheren Nerven, sondern auch bei allen Erkrankungen des Gehirns ist die Elektrodiagnostik ein unverzichtbarer Baustein im diagnostischen Puzzle. So können weiterführende Untersuchungen und Operationen optimal geplant werden. Außerdem werden unklare Gehstörungen (orthopädische Lahmheit  oder neurologische Lähmung?) oft nur mit dieser Technik weiter charakterisiert. Folgende Untersuchungen werden in meiner Praxis angeboten:

  • Nervenleitgeschwindigkeit (NLG)
  • Muskelströme (EMG)
  • Repetitive Nervenstimulation bei Myasthenia gravis
  • Hirnstammableitungen (BAEP)
  • Audiometrie („Hörtest“) zur Untersuchung auf (angeborene) Taubheit
  • Visuell evozierte Potentiale der zentralen Sehbahnen (VEP)
  • Elektroretinogramm zur Untersuchung der Netzhaut (ERG)

Röntgen

Auch im Zeitalter der modernen bildgebenden diagnostischen Verfahren wie Computertomographie und Kernspintomographie bleibt das Röntgen eine wichtige, zuverlässige, sensitive und schnelle Untersuchungstechnik. Besonders bei Wirbelsäulenerkrankungen sind Röntgenuntersuchungen immer noch unverzichtbar. Angeboten werden:

  • Röntgenbilder ohne Kontrastmittel
  • Myelographie (Rückenmarkskontrastdarstellung)
  • Epidurographie (Kontrastdarstellung des periduralen Raums)
  • Diskographie (Kontrastmitteldarstellung der Bandscheibe)

Da unser Röntgengerät auch eine Durchleuchtungsfunktion hat, können folgende Untersuchungen zusätzlich vorgenommen werden:

  • Kontrastmittel-Abschluckpassage bei Speiseröhrenerkrankungen
  • Dynamische Radiologie mit und ohne Kontrastmittel bei kaudaler zervikaler Spondylomyelopathie („Wobbler-Syndrom“) und degenerativer lumbosakraler Stenose („Cauda Equina Kompressionssyndrom“)
  • Diagnostik von angeborenen Gefäßerkrankungen der Leber (portokavaler Shunt)

Computertomographie – CT

Die Computertomographie ist in der Tiermedizin mittlerweile ein etabliertes Verfahren und in der Diagnostik von neurologischen Erkrankungen nicht mehr wegzudenken. Durch diese spezielle Untersuchungstechnik wird der Zugang zu bisher schwer darstellbaren Regionen wie Gehirn, Mittelohr und Wirbelsäule ermöglicht. Bei speziellen Fragestellungen kann auch eine dreidimensionale Rekonstruktion der untersuchten Gewebe erfolgen.
Durch den Einsatz von Spiral-CTs wie dem uns zur Verfügung stehenden Somatom Balance® von der Firma Siemens-Medical-Solutions® hat sich die Qualität der Bilder einerseits enorm verbessert, andererseits sind die Untersuchungszeiten wesentlich kürzer geworden. Zusammen mit den anderen Untersuchungstechniken wie Myelographie und Liquoruntersuchung können daher fast alle neurologischen Fragestellungen bei Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen gelöst werden. Eine Überweisung zur Kernspintomographie ist bei vielen Patienten mit Gehirnerkrankungen sinnvoll.

Technischer Hintergrund:
Die Computertomographie ist ein spezielles Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren, das im Wesentlichen senkrecht zur Körperachse orientierte Transversalschnittbilder bestimmter Körperteile liefert. In der klassischen Röntgenaufnahmetechnik wird ein dreidimensionales Objekt als zweidimensionales Bild dargestellt. Dabei kommt es zwangsweise zum Überlagern von Strukturen verschiedener Objekttiefen. Die Computertomographie dagegen vermeidet diesen Superpositionseffekt, indem nur Informationen einer bestimmten Schicht zum Bild verarbeitet werden. Dadurch ist es auch möglich, die in den Röntgenaufnahmen fehlende dritte Ebene (Gewebequerschnitte) zu generieren.

Ablauf der Untersuchung:
Die computertomographische Untersuchung kann bei unseren Haustieren nur in Narkose erfolgen. Durch eine durchschnittliche Untersuchungsdauer von 15 min wird die Narkosebelastung so kurz wie möglich gehalten, ist ein zweiter Untersuchungsgang nach intravenöser Kontrastmittelgabe nötig, so verdoppelt sich die Untersuchungszeit.

Kernspintomographie – MRT – MR – MRI

Die Kernspintomographie, auch als Magnetresonanztomographie (MRT), Magnetresonanz (MR) oder magnetic resonance imaging (MRI) bezeichnet, stellt ein alternatives bildgebendes Verfahren zur Computertomographie dar.
Der große Vorteil der Kernspintomographie ist die optimale Weichteildarstellung. Dadurch wird das Gehirn sehr detailliert abgebildet und die Diagnose von Gehirnerkrankungen gelingt wesentlich sicherer, früher und genauer als im CT. Dies gilt vor allem für Befunde in der hinteren Schädelgrube (Hirnstamm, Kleinhirn, Gleichgewichtsapparat).
Das MRT funktioniert durch ein Magnetfeld, wodurch die Nachteile der Röntgenstrahlen (z.B. Streustrahlen) wegfallen. Um eine gute Bildqualität zu erzielen, ist in der Regel ein sehr starkes Magnetfeld nötig, was durch die sog. Hochfeldgeräte mit einer Feldstärke von über 1 Tesla gewährleistet ist. Da diese Geräte für die Tiermedizin kaum rentabel sind (Neupreis > 1 Mio. €), haben wir eine exklusive Zusammenarbeit mit dem MRB (Forschungszentrum Magnet-Resonanz-Bayern e.V., www.mr-bavaria.de) begonnen. Für die Untersuchungen am Tier steht ein neues Hochfeldgerät der Firma Siemens-Medical-Solutions® (Magnetom Avanto, 1,5 Tesla) zur Verfügung, welches durch die im Institut selbst entwickelten Kopfspulen Bilder in überdurchschnittlicher Qualität und sehr hoher Auflösung generiert.
Ab sofort verfügt das Institut über ein brandneues 3 Tesla Gerät (Siemens Medical Solutions). Messungen an Haustieren sind demnächst bei bestimten Fragestellungen möglich.

Feste Untersuchungstermine sind Montag Abend ab 17:00 Uhr und Donnerstag Abend ab 18:00 Uhr. Akute Patienten oder Notfälle, die nicht mit dem praxiseigenen CT abgeklärt werden können, erhalten eventuell am gleichen Tag gegen Abend einen Termin (ohne Gewähr!).

Ablauf der Untersuchung:
Die Untersuchung findet etwa 12 km außerhalb meiner Praxis auf dem Gelände der Universität Würzburg (Hubland) statt. Hinweise für Anfahrt entnehmen Sie bitte hier: Lageplan, Detailansicht. Genau wie beim CT ist die Untersuchung nur in Vollnarkose möglich, die Untersuchungszeit beträgt etwa eine Stunde. Die Patienten können nach der Untersuchung direkt mitgenommen werden, die Befunde werden entweder vor Ort oder in meiner Praxis besprochen.

Technischer Hintergrund:
Die Kernspintomographie nutzt die Wechselwirkung des Körpers mit einem künstlich erzeugten Magnetfeld, das etwa 17000-mal stärker ist als das der Erde.
Quantenphysikalische Grundlage dieses Verfahrens ist, dass alle körpereigenen Atomkerne mit ungeraden Protonen- oder Neutronenzahl einen Eigendrehimpuls („Kernspin“) besitzen. Dabei wird vereinfacht ein elektrischer Strom erzeugt, dem ein Mini-Magnetfeld zugeordnet werden kann. Die vielzähligen kleinen Magnetfelder des Körperinneren werden durch das Magnetfeld der Erde parallel oder antiparallel angeordnet, neutralisieren sich aber in Ihrer Gesamtzahl.
Die in großer natürlicher Häufigkeit vorhandenen Wasserstoffkerne (H+) werden für die Kernspintomographie genutzt. Die Wasserstoffatomkerne werden im durch das Gerät erzeugtem Magnetfeld ausgerichtet und durch Hochfrequenz-Impulse (360-500 MHz) zur Resonanz angeregt, wodurch ihre Drehbewegungen physikalischen Änderungen unterworfen sind, und die Summe ihrer Vektoren nicht mehr parallel, sondern transversal zum externen Magnetfeld ausgerichtet ist. Endet der Bestrahlungsimpuls, so benötigen die Atomkerne eine bestimmte Relaxationszeit, um wieder zu Ihrem ursprünglichen Dreheigenimpuls zurückzukehren. Die Veränderungen des Magnetfeldes nach der Anregung kann registriert und über eine aufwendige Computertechnik in Bilder transformiert werden.

Neurochirurgie

Alle nötigen und sinnvollen neurochirurgischen Eingriffe können in meiner Praxis vorgenommen werden, dies sind im Folgenden:

Wirbelsäule:

  • Bandscheibenvorfälle in jeder Lokalisation
  • Tumoren der knöchernen Wirbelsäule, der Rückenmarkshäute und des Rückenmarkes
  • Wirbelfrakturen und Subluxationen
  • Angeborene Erkrankungen wie z.B. Keilwirbel und atlantoaxiale Instabilität
  • Synovial- und Arachnoidalzysten
  • Rückenmarksdekompression mit Durotomie (z.B. bei Ödemen oder nach Rückenmarksmarksinfarkt)
  • Syringomyelie, Hydromyelie
  • Kaudale zervikale Spondylomyelopathie (“Wobbler-Syndrom”)
  • Kompression durch die kleinen Wirbelgelenke

Periphere Nerven:

  • Entnahme von Muskel- und Nervenbiopsien
  • Dekompression und dorsolaterale Foraminotomie bei degenerativer lumbosakraler Stenose („Cauda Equina Kompressionssyndrom“)
  • Resektion von Nervenwurzeltumoren
  • Reperativ bei Verletzungen/Durchtrennung peripherer Nerven
  • Partielle Plexus-brachialis Neurotisation

Gehirn:

  • Tumore aller Art
  • Atlantookzipitale Dekompression, z.B. bei Chiari Typ-I Malformation
  • ventrikuloperitonealer Shunt, z.B. bei Hydrozephalus („Wasserkopf“)
  • Zysten, Blutungen, Abszesse

Sonstiges:

  • Portokavaler Shunt (extrahepatisch)
  • Dorsale Rhinotomie bei intranasalen Prozessen
  • Myringotomie mit Mittelohrspülung
  • Ventrale Bullaosteotomie
  • Laterale totale Gehörgangsablation mit Bullaosteotomie
  • Extraneurale Frakturen bei polytraumatisierten neurologischen Patienten

Stationäre Betreuung

Für unsere stationären Patienten stehen insgesamt 8 geräumige Boxen zur Verfügung. Katzen und infektiöse Patienten können separat untergebracht werden.

Besondere Leistungen:

  • Intensivbetreuung mit Sauerstoffkäfig (z.B. Schädel-Hirn-Trauma, nach Gehirnchirurgie, Intoxikationen)

Physiotherapie

Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit von Physiotherapie bei neurologischen Patienten und ein gut ausgearbeitetes und individuell angepasstes Physiotherapieprogramm bietet die beste Vorraussetzung für eine gute Rehabilitation. Je nach neurologischem Status fördert Physiotherapie die Erhaltung und Beweglichkeit der Muskulatur, unterstützt die Regeneration peripherer Nerven und hilft beim Wiedererlangen von koordinierter Spontanmotorik bei hochgradig gelähmten Patienten. Außerdem beugt Physiotherapie neurogener Muskelatrophie und Gelenksschäden vor. Um unseren tierischen Patienten ein optimales Physiotherapieregime anzubieten, arbeiten wir mit Sabrina Michel, einer ausgebildeten Tierphysiotherapeutin, zusammen. Während der stationären Phase werden die Patienten in der Praxis betreut, nach der Entlassung kann die Behandlung bei Frau Michel fortgeführt werden.